Die Vergiftung – Maria Lazar

Lazars Erstlingsroman ist eine eigentümlich faszinierende Mischung aus Sittenroman und autobiographischer Familiengeschichte. Zugleich ist es eine Tour de Force literarischer Selbstbehauptung. In dreizehn, zyklisch angeordneten Kapiteln umkreist der Roman das Leben der zwanzigjährigen Protagonistin Ruth, erzählt von ihren Ängsten, Hoffnungen und Unzulänglichkeiten, von ihrer zerstörerischen Liebe zu einem namenlosen, älteren Mann und ihrem mit brutaler Vehemenz ausgetragenen Kampf gegen die Vereinnahmungsversuche der überdominanten Mutter. Lazar schrieb ihn 1915, als sie gerademal zwanzig Jahre alt war, in einer mächtigen, vernichtenden Wendung gegen die moralisierend-restaurative Lebenswelt des Wiener Großbürgertums vor Beginn des Ersten Weltkriegs; eine Welt, die sie als das jüngste Kind einer vermögenden, jüdischen Wiener Familie bestens kannte, in der sie sich aber niemals wirklich heimisch fühlte.

 

„Man fragt sich, warum und wie das Werk ein Jahrhundert lang der Aufmerksamkeit entgehen konnte.“

– Sandra Kerschbaumer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

„Eine so eigenwillige und eine so starke Sprache hat man lange nicht mehr vernommen, […] aber wenn man die Nachbarschaften dieses außergewöhnlichen kleinen Romans benennen will, dann sind das große Namen wie Ernst Weiss, Hermann Ungar oder Veza Canetti – kurz: es handelt sich um eine kleine Sensation.“

– Michael Rohrwasser in der Wiener Zeitung

„Beeindruckend ist die ungestüme Kraft, mit der Lazar die Szenarien aufbaut, zuspitzt und ins Groteske kippen lässt.“

– Evelyne Polt-Heinzl in Die Presse

„Ein Antibürgerbuch. Ausdrucksstark, expressionistisch – nicht neuromantisch wie der frühe Thomas Mann.“

 – Peter Pisa im Kurier