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Die Vergiftung

Erstauflage vergriffen. Zweitauflage bereits vorbestellbar. ET: 1. Dezember 2020

 

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" Denn glaube mir, mein Kind, zwischen dem sehr grotesken Fall des Bankiers Ernst von Ufermann und dem anscheinend völlig sinnlosen Eisenbahnattentat, dem so und so viel Menschen zum Opfer fielen, bestehen doch Zusammenhänge. Es ist ja immer wieder dasselbe Evangelium der Ausrottung, das sich hier kundtut. Verrecke, stirb, verschwinde. Das ist die Losung, mit der die Ware Mensch jetzt dezimiert werden soll. Darf man da schweigen? "

Lazars Erstlingsroman ist eine eigentümlich faszinierende Mischung aus Sittenroman und autobiographischer Familiengeschichte. Zugleich ist es eine Tour de Force literarischer Selbstbehauptung. In dreizehn, zyklisch angeordneten Kapiteln umkreist der Roman das Leben der zwanzigjährigen Protagonistin Ruth, erzählt von ihren Ängsten, Hoffnungen und Unzulänglichkeiten, von ihrer zerstörerischen Liebe zu einem namenlosen, älteren Mann und ihrem mit brutaler Vehemenz ausgetragenen Kampf gegen die Vereinnahmungsversuche der überdominanten Mutter. Lazar schrieb ihn 1915, als sie gerademal zwanzig Jahre alt war, in einer mächtigen, vernichtenden Wendung gegen die moralisierend-restaurative Lebenswelt des Wiener Großbürgertums vor Beginn des Ersten Weltkriegs; eine Welt, die sie als das jüngste Kind einer vermögenden, jüdischen Wiener Familie bestens kannte, in der sie sich aber niemals wirklich heimisch fühlte.

 

„Man fragt sich, warum und wie das Werk ein Jahrhundert lang der Aufmerksamkeit entgehen konnte.“

– Sandra Kerschbaumer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Eine so eigenwillige und eine so starke Sprache hat man lange nicht mehr vernommen, […] aber wenn man die Nachbarschaften dieses außergewöhnlichen kleinen Romans benennen will, dann sind das große Namen wie Ernst Weiss, Hermann Ungar oder Veza Canetti – kurz: es handelt sich um eine kleine Sensation.“

– Michael Rohrwasser, Wiener Zeitung

„Beeindruckend ist die ungestüme Kraft, mit der Lazar die Szenarien aufbaut, zuspitzt und ins Groteske kippen lässt.“

– Evelyne Polt-Heinzl, Die Presse

„Ein Antibürgerbuch. Ausdrucksstark, expressionistisch – nicht neuromantisch wie der frühe Thomas Mann.“

 – Peter Pisa, Kurier

 

Aufgrund der großen Nachfrage nach der Premiere von „Der Henker“ am Wiener Akademietheater ist das Buch derzeit vergriffen. Die Zweitauflage ist aber bereits in Vorbereitung. Anvisierter ET: 1. Dezember 2020. Wieder mit einem umfangreichen Nachwort zu Leben und Werk der wiederentdeckten Autorin von Prof. Johann Sonnleitner (Universität Wien). Hochwertiges Hardcover mit SU, Prägung und Lesezeichen, ca. 220 Seiten, 20 Euro. ISBN 978-3-903244-05-4.