Ein österreichischer Don Juan – Marta Karlweis

Der 1929 erstmals erschienene Roman zielt auf die gnadenlose Entzauberung der Monarchie ab und will dabei die tiefer liegenden Ursachen ihrer Auflösung rekonstruieren. Auf raffinierte Weise dekuvriert er die moralische Doppelbödigkeit der herrschenden Schichten zur Zeit der ausgehenden Habsburgermonarchie: Der wohlhabende Wiener Baron Erwein von Raidt ist ein Frauenheld, wie er im Buche steht. Sein Verhältnis mit der schönen Witwe Löwenstein lässt er schnell fallen, als er ihrer bezaubernden 21jährigen Tochter Cecile begegnet. Nachdem diese schwanger wird, bricht er auf der Stelle den Kontakt zu ihr ab. Um das Dekorum zu wahren, verkuppelt er sie mit einem nichtsahnenden Industriellen. Als Cecile endlich den wahren Charakter Erwein von Raidts durchschaut, ist sie bereits unheilbar krank. Für den einstigen skrupellosen Frauenhelden und Bonvivant vergehen die Jahre weiter mit Liebesabenteuern, Verführungen und Eroberungen – bis ihn schließlich seine letzte Geliebte verwandelt und zu ihrem hörigen Sklaven macht. 

„Der 1929 erstmals erschienene Roman lohnt auch heute noch die Lektüre. Er ist einer jener Versuche, den Niedergang der Monarchie zu deuten, aber auch die Unvernunft des Menschen zu beschwören. Und mindestens darin ist das Werk aktueller denn je.“

– Ernst Grabovszki, OE1 (Ex libris), 1. Mai 2016

„Es ist ein Abgesang auf die vermeintlich heile Welt von gestern, den Marta Karlweis hier anstimmt. – ein glänzend geschriebener, bitterböser Roman, der die Wiederentdeckung der Autorin und ihres Werks befeuern sollte.“

– Michael Omasta, Der Falter (Buchbeilage „Bücher-Frühling“), März 2016

„…Der bitterböse Roman handelt dann davon, wie ‚das Judenmädl‘ Cecile ins Verderben gestürzt wird. Er spielt vor dem Ersten Weltkrieg, ebenso wie Joseph Roth gilt Karlweis’ eigentliches Interesse dem Untergang der k.-u.-k.-Monarchie. Doch liegt ihr jede Nostalgie fern. Entlarvt wird eine bigotte, misogyne Operettengesellschaft“ 

– Florian Welle, Süddeutsche Zeitung, 12. Januar 2016

 

Gedruckt mit großzügiger Förderung des ZUKUNFTSFONDS

der Republik Österreich