Aus der Presse

Die fünf bisher von mir verlegten Romane sind nicht nur für Österreicher oder Wiener interessant, obwohl sie in der Tat hauptsächlich in Wien und Umgebung spielen. Ich verlege nur Romane, von denen ich mir auch vorstellen kann, dass sie ein größeres Publikum interessieren könnten. Als Spiegel ihrer eigenen Zeit geben sie das spezifische Timbre wieder, die charakteristische Schwingung, die zur Zeit ihrer Entstehung in den Straßen und Cafes, auf den Plätzen und in den Vergnügungsstätten der mondänen Großstadt webte und durch die wir uns, wie in einer Zeitmaschine, zurückversetzen können zu jenem einzigartigen Nachmittag um 1900 an dem Arthur Schnitzler seine Melange mit Stefan Zweig und Felix Salten im berühmten Griensteidl trank und sich dabei gehörig seine Zunge verbrühte…Durch so manchen guten Roman kommen wir der Vergangenheit bedeutend näher als durch ein auf Hochglanz poliertes Geschichtsbuch – so meine Meinung.

Albert Eibl im Gespräch mit Tilman Winterling für 54books

Marta Karlweis’ soeben im ambitionierten Verlag 'Das vergessene Buch' erschienener Roman 'Schwindel. Geschichte einer Realität' aus dem Jahr 1931 besticht durch eine Vielzahl origineller, plastischer Sprachbilder. Die 'Realität', im Doppelsinn von Immobilie und Daseins-Wirklichkeit, bringt eine über drei Generationen erzählte Kleinbürgerfamilie an den Rand des moralischen wie finanziellen Ruins.

Bernadette Lietzow, Tiroler Tageszeitung

Mit vergriffenen Romanen ist es ja so: Die meisten werden zu Recht nicht wieder aufgelegt, sie waren, auch wenn sie zur Zeit ihrer Publikation gut gekauft und wohlwollend besprochen wurden, nicht viel mehr als modische Phänomene. Dann gibt es Werke wie die von Albert Drach oder Hans Lebert: Sie sind nie wirklich verschwunden, müssen aber offenbar von jeder Generation neu entdeckt werden. Und schließlich gibt es echte, verborgene Schätze. Sie sind rar. auf einen solchen Schatz ist Albert Eibl gestoßen, ein 1990 in München geborener Germanist, der den programmatischen Verlag 'Das vergessene Buch' betreibt.

Bettina Eibel-Steiner, Die Presse

Im Jahr 1909 veröffentlicht der Berliner S. Fischer Verlag den Roman einer jungen Wienerin. Ihren Debütroman. Das Buch trägt einen eigenartigen Titel: 'Der Heilige Skarabäus' und wird gleich im Erscheinungsjahr ein Erfolg sondergleichen. Es wird außerdem zu einem Skandal - denn der Roman behandelt, auf ausführlichen 600 Seiten, ein Tabu der bürgerlichen Gesellschaft.

Johann Kneihs, Ö1 Tonspuren

Das Raffinierte am 'Schwindel' ist, wie klug und weitsichtig Marta Karlweis das Unglück von Ungebildeten schildert. Sie schreibt in saftiger, plastischer Sprache - als wäre alles frisch gedacht oder spontan gesagt. Vieles unterlegt sie mit psychologischen Erkenntnissen - etwa dass unfreiwillige Armut so ängstlich mache, als müsste man auf einer schmalen, hohen Mauer voller Glasscherben vorankommen.

Hedwig Kainberger, Salzburger Nachrichten