Wiederentdeckungen

© Literaturmuseum Altaussee

Lesung und Diskussion – Zur Wiederentdeckung von Marta Karlweis (1889–1965)

Nachdem im Verlag Das vergessene Buch schon Ende 2015 Marta Karlweis’ 1929 erschienenes Hauptwerk „Ein österreichischer Don Juan“ nach über 80 Jahren der Vergessenheit neu herausgebracht werden konnte, haben wir nun auch den letzten Roman der vielseitigen Wiener Autorin „Schwindel. Geschichte einer Realität“ von 1931 einem interessierten Lesepublikum in einer schönen Hardcoverausgabe neu zugänglich gemacht. Die  Präsentation inkl. Lesung ausgewählter Textstellen will nicht nur zwei außergewöhnliche Wienromane der österreichischen Zwischenkriegszeit vorstellen, sondern sich auch Gedanken machen über die Gründe des Vergessens von Exilliteratur im Allgemeinen, insb. anhand der Beispiele Maria Lazar, Else Jerusalem und Marta Karlweis.

Bei der Podiumsdiskussion werden zugegen sein:

Johann Sonnleitner, geb. 1958, ist ao. Prof. für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Wien. Als anerkannter Experte für die Literatur der österreichischen Zwischenkriegszeit hat er zahlreiche Editionen herausgegeben, darunter auch Werke von Maria Lazar und Marta Karlweis im Wiener Verlag Das vergessene Buch.

Albert C. Eibl, geb. 1990, Gründer und Inhaber des Verlags Das vergessene Buch. Freier Rezensent u. a. für Profil und den Falter. Mitglied des österreichischen PEN Clubs.

Zur Autorin

Marta Karlweis (1889–1965), Tochter des Wiener Vorstadtdramatikers und Erzählers Carl Karlweis, Frau des Erfolgsschriftstellers Jakob Wassermann und Mutter des ehemals bekannten Journalisten Charles Wassermann, besuchte wie Maria Lazar die Schwarzwaldschule in Wien. Nach der Geburt zweier Töchter aus erster Ehe mit einem böhmischen Industriellen debütierte sie 1912 mit der Künstlernovelle Der Zauberlehrling. 1929 gelang ihr endgültig der schriftstellerische Durchbruch mit ihrem Roman Ein österreichischer Don Juan, der auch in Amerika groß herauskam und mitunter begeistert besprochen wurde. 1934 emigrierte sie in die Schweiz, wo sie u. a. mit Thomas Mann und C. G. Jung verkehrte. Nach dem Anschluss Österreichs ging sie 1939 ins Exil nach Kanada, wo sie einen Lehrauftrag an der Mc-Gill Universität in Montreal übernahm. 1965 starb Marta Karlweis auf einer Besuchsreise in der Schweiz. Ihr schriftstellerisches Werk geriet ab 1945 zunehmend in Vergessenheit.

Pressestimmen zu den Neuauflagen

„Die Verfasserin dieser gut gebauten und glänzend geschriebenen Prosa, Marta Karlweis, ist so vergessen wie ihre Bücher.“
Hermann Schlösser, Wiener Zeitung

„Am gründlichsten vergessen werden in der Literaturgeschichte jene Frauen, deren Werke der Nationalsozialismus zunichtemachte. So ein eklatanter Fall ist auch Marta Karlweis (1889–1965).
Franz Haas, Der Standard

„Das Raffinierte am ‚Schwindel‘ ist, wie klug und weitsichtig Marta Karlweis das Unglück von Ungebildeten schildert. Sie schreibt in saftiger, plastischer Sprache – als wäre alles frisch gedacht oder spontan gesagt. Vieles unterlegt sie mit psychologischen Erkenntnissen – etwa dass unfreiwillige Armut so ängstlich mache, als müsste man auf einer schmalen, hohen Mauer voller Glasscherben vorankommen.“
Hedwig Kainberger, Salzburger Nachrichten

„‚Schwindel ist ein Roman von großer Wucht, vom ersten Absatz an […]“
Bettina Eibel-Steiner, Die Presse

Die Bücher

Schwindel. Geschichte einer Realität. Roman, Hochwertige Klappenbroschur, ca. 240 Seiten inkl. Nachwort
Hrsg. von Johann Sonnleitner, Preis: 22 Euro, ISBN 978-3-9504158-4-1

Ein österreichischer Don Juan. Roman, Bindeart: Hochwertige Broschur, Seitenanzahl: ca. 270 Seiten inkl. Nachwort, Hrsg. von Johann Sonnleitner, Preis: 17,90 Euro, ISBN 978-3-200-04259-9

 

WO?

Am 26. September 2017 um 19:00 Uhr in der genialen Buchhandlung ORLANDO:

1090 Wien, Liechtensteinstraße 17
Telefon: +43 (0) 1 319 19 54

Weitere Infos unter:

http://www.orlandobuch.at/index.php?id=125