Florian Mayrhofer, Theologischer Ausblick

In kunstfertig geschliffenen Miniaturen entrollt der promovierte Germanist eine Palette stilistischer Kleinode: „den Spazierstock zu schwingen“, „bunte Kniestrümpfe zu tragen“ oder thematisiert halbtote Redewendungen „Eulen ans Hoftor nageln“. Sofern der Leser Nostalgie und Weltschmerz verorten würde, der Staub der Reminiszenz verflüchtigt sich sehr schnell angesichts einer humorvoll ironischen Gegenwartskritik zwischen den Zeilen.
– Florian Mayrhofer, Theologischer Ausblick

Arthur Lichtenfels, CATO

Das schmucke, mit viel Liebe zum Detail illustrierte Büchlein zeugt von einer aufmunternd-selbstbewußt inszenierten Unzufriedenheit mit der mechanisierten, gleichförmigen Gegenwart, in der – wie Martin Mosebach im Vorwort schreibt –»es keine Societas mehr gibt, weil die Vereinzelung des radikal-individualistischen Nerd, der sich im Grenzenlosen bewegt und dafür keinen Mitmenschen mehr sehen muß, zur bestimmenden Lebensform geworden ist«. In wohlportionierten, brillant geschliffenen Miniaturen, bei denen man sich stellenweise das Lachen nicht verkneifen kann, zollt Pschera nicht nur überkommenen Umgangsformen und Allüren seinen Tribut (»Sich die Haare raufen«, »In fremden Häusern die Schuhe anlassen«), sondern bricht auch eine Lanze für mehr stilistisches Differenzierungsbemühen (»Den Spazierstock schwingen«, »Bunte Kniestrümpfe tragen«), vergess ne Redewendungen (»Eulen ans Hoftor nageln«) oder vollkommen zurecht als lebensnotwendig erkannte Freizeitbeschäftigungen und Alltagsmeditationen (»Ein Dilettant sein«, »Seinen Bauch selbstbewußt vor sich hertragen«).

 

– Arthur Lichtenfels, CATO