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Lukas Hermann, Worte des Widerstands

Vor allem aber ist es auch der geistige Schwindel, der einen beim rasanten Durchleben dieser gnadenlosen Existenzweise umfängt und mit sich reißt. Dieser wird dadurch noch verstärkt, dass statt der Figuren – die als tragische, zugleich aber unbedeutend wirkende Fallbeispiele verkrachter Existenzen nacheinander an einem vorbei ins Verderben treiben – der Leser diesen Schwindel durchmachen muss. Er (oder sie) erleidet an ihrer statt die Höhen und Tiefen der geistigen Verwirrung, ihre Pausen, Irrtümer und ahnungsvolle Blicke in die immer turbulenter werdende Zukunft (der Familie wie der Lektüre) – ohne wirkliche Hilfe und nur mit einer blassen Hoffnung auf baldige Besserung.

 

Lukas Hermann, Worte des Widerstands

Judith Heitkamp, Bayern 2

Dass man Marta Karlweis (1889 bis 1965), die zweite Frau Jakob Wassermanns, heute wieder lesen und bei Bayern 2 hören kann, ist auch das Verdienst eines kleinen Verlags (‚Das vergessene Buch‘), der „Schwindel“ neu aufgelegt hat. In der klassischen Lesung präsentieren Meike Droste und Jonas Minthe zwei Schicksale aus dem Schwindel-Kosmos der Marta Karlweis. Eine Wiederentdeckung.

 

Judith Heitkamp, Bayern 2

Albert Eibl im Gespräch mit Tilman Winterling für 54books

Die fünf bisher von mir verlegten Romane sind nicht nur für Österreicher oder Wiener interessant, obwohl sie in der Tat hauptsächlich in Wien und Umgebung spielen. Ich verlege nur Romane, von denen ich mir auch vorstellen kann, dass sie ein größeres Publikum interessieren könnten. Als Spiegel ihrer eigenen Zeit geben sie das spezifische Timbre wieder, die charakteristische Schwingung, die zur Zeit ihrer Entstehung in den Straßen und Cafes, auf den Plätzen und in den Vergnügungsstätten der mondänen Großstadt webte und durch die wir uns, wie in einer Zeitmaschine, zurückversetzen können zu jenem einzigartigen Nachmittag um 1900 an dem Arthur Schnitzler seine Melange mit Stefan Zweig und Felix Salten im berühmten Griensteidl trank und sich dabei gehörig seine Zunge verbrühte…Durch so manchen guten Roman kommen wir der Vergangenheit bedeutend näher als durch ein auf Hochglanz poliertes Geschichtsbuch – so meine Meinung.

 

Albert Eibl im Gespräch mit Tilman Winterling für 54books

Karlweis – Portraitbild 2

Lesung und Diskussion – Zur Wiederentdeckung von Marta Karlweis (1889–1965)

Nachdem im Verlag Das vergessene Buch schon Ende 2015 Marta Karlweis’ 1929 erschienenes Hauptwerk „Ein österreichischer Don Juan“ nach über 80 Jahren der Vergessenheit neu herausgebracht werden konnte, haben wir nun auch den letzten Roman der vielseitigen Wiener Autorin „Schwindel. Geschichte einer Realität“ von 1931 einem interessierten Lesepublikum in einer schönen Hardcoverausgabe neu zugänglich gemacht. Die  Präsentation inkl. Lesung ausgewählter Textstellen will nicht nur zwei außergewöhnliche Wienromane der österreichischen Zwischenkriegszeit vorstellen, sondern sich auch Gedanken machen über die Gründe des Vergessens von Exilliteratur im Allgemeinen, insb. anhand der Beispiele Maria Lazar, Else Jerusalem und Marta Karlweis.

Bei der Podiumsdiskussion werden zugegen sein:

Johann Sonnleitner, geb. 1958, ist ao. Prof. für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Wien. Als anerkannter Experte für die Literatur der österreichischen Zwischenkriegszeit hat er zahlreiche Editionen herausgegeben, darunter auch Werke von Maria Lazar und Marta Karlweis im Wiener Verlag Das vergessene Buch.

Albert C. Eibl, geb. 1990, Gründer und Inhaber des Verlags Das vergessene Buch. Freier Rezensent u. a. für Profil und den Falter. Mitglied des österreichischen PEN Clubs.

Zur Autorin

Marta Karlweis (1889–1965), Tochter des Wiener Vorstadtdramatikers und Erzählers Carl Karlweis, Frau des Erfolgsschriftstellers Jakob Wassermann und Mutter des ehemals bekannten Journalisten Charles Wassermann, besuchte wie Maria Lazar die Schwarzwaldschule in Wien. Nach der Geburt zweier Töchter aus erster Ehe mit einem böhmischen Industriellen debütierte sie 1912 mit der Künstlernovelle Der Zauberlehrling. 1929 gelang ihr endgültig der schriftstellerische Durchbruch mit ihrem Roman Ein österreichischer Don Juan, der auch in Amerika groß herauskam und mitunter begeistert besprochen wurde. 1934 emigrierte sie in die Schweiz, wo sie u. a. mit Thomas Mann und C. G. Jung verkehrte. Nach dem Anschluss Österreichs ging sie 1939 ins Exil nach Kanada, wo sie einen Lehrauftrag an der Mc-Gill Universität in Montreal übernahm. 1965 starb Marta Karlweis auf einer