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Podiumsgespräch und Lesung – „Der heilige Skarabäus“ und „Gedankenstrahlen“

WORUM GEHTS?

Else Jerusalems Der heilige Skarabäus erschien 1909 bei S. Fischer und sorgte für einen handfesten Literaturskandal: ein Roman, der tief in die Wiener Rotlichtwelt um 1900 eintaucht, der die Frauen in den Bordellen nicht als erotische Objekte zeigt, sondern als Menschen mit Würde, Geschichten und Eigensinn. Das Buch wurde schnell zum Bestseller, 1933 wurde es von der Gestapo beschlagnahmt, verbrannt und dann, wie so vieles, vergessen. Zur Feier des 150. Geburtstags der berühmten Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Else Jerusalem erscheint der Text in einer bibliophilen Jubiläumsausgabe nun erneut im Wiener Verlag Das vergessene Buch.

Maria Lazars Gedankenstrahlen versammeln die Kurzgeschichten und Erzählungen einer Autorin, die mit scharfer Beobachtungsgabe und unbestechlichem Blick ihre Zeit durchleuchtete – klug, schwarzhumorig und unbequem. Im sorgältig kuratierten Erzählband finden sich zum Teil bislang unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass der österreichisch-jüdischen Exilautorin, die 1933 gemeinsam mit Bertolt Brecht nach Dänemark emigrierte und nach ihrem frühen Tod 1948 in Vergessenheit geriet. Seit 2014 wird ihr vielschichtiges Werk im DVB-Verlag und an großen deutschsprachigen Bühnen. wiederentdeckt.

Elisabeth Seethaler liest aus dem Rotlichtroman und den Short Stories. Im anschließenden Gespräch unterhalten sich Verleger Albert Eibl und Ansgar Juckel über die Hintergründe der Wiederentdeckungen, über das selektive Gedächtnis der Literaturgeschichte – und darüber, was es bedeutet, diese Stimmen heute zu lesen und die eigene Zeit in ihrem Spiegel zu betrachten.

 

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Maria Lazar. Eine vergessene Autorin neu entdeckt

12. Dezember 2025,

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

Die österreichisch-jüdische Schriftstellerin und Dramatikerin Maria Lazar (1895–1948) wurde im Zuge nationalsozialistischer Verfolgung aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt. Nun werden bislang ungespielte Theaterszenen aus ihrem Nachlass erstmals in Berlin im Rahmen einer Lesung zur Aufführung gebracht.

Eine tänzerische Intervention, entwickelt von Berliner Jugendlichen des Beethoven-Gymnasiums unter der Leitung der Choreografinnen Sophie Brunner und Christina Wüstenhagen, stellt die Frage nach Lazars Anziehungskraft auf das Bewusstsein einer nachwachsenden Großstadtgeneration (Live-Musik von Alex Stolze).

Die folgende Lesung mit Eva Mattes und Burghart Klaußner begleitet Simon Strauß, Theaterkritiker der FAZ, mit einem Vortrag zu Leben und Werk der Autorin. Danach schließt sich ein Podiumsgespräch über die Wiederentdeckung der Autorin mit Lazar-Verleger und -herausgeber Albert C. Eibl sowie Einblicke von Regisseur Zino Wey an, der Lazars Texte heute auf die Bühne bringt.

Eine Veranstaltung der Reihe „Vergessene Stücke“ in Kooperation zwischen dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gefördert von der Stiftung Berliner Sparkasse. Kuratiert von Florian Hofmann und Simon Strauß.