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Franz Haas am 24. Mai 2016 im ‚Standard‘

Erzählt wird darin scharfsinnig und spitzzüngig ein Reigen der Lieblosigkeiten vor dem Hintergrund der letzten Jahrzehnte der Habsburgermonarchie. Dieser Abgesang auf die gar nicht so gute alte Zeit erinnert ein wenig an Joseph Roth, mehr aber noch an den gegen Nostalgie resistenteren Ödön von Horváth. Kunstvoll verwoben hat die Autorin in diesem Sittenbild jede Menge bitterböse Geschichten aus der Wienerstadt.

 

Franz Haas am 24. Mai 2016 im ‚Standard‘

Ernst Grabovszki am 1. Mai 2016 im OE1 (Ex libris)

„Ein österreichischer Don Juan“ ist fast ein Schnitzler’scher Reigen, in dem es aber weniger um die sexuelle Erfüllung oder die körperliche Lust geht. Vielmehr steht die Sehnsucht nach emotionalem Halt und einer Sicherheit im Vordergrund, die zu erlangen aber nicht mehr möglich ist. Der Roman erzählt das Ende der Monarchie mit, das Verschwinden einer Ordnung, die Sicherheit und Identifikation für Raidt und seinesgleichen war. […] Der 1929 erstmals erschienene Roman lohnt auch heute noch die Lektüre. Er ist einer jener Versuche, den Niedergang der Monarchie zu deuten, aber auch die Unvernunft des Menschen zu beschwören. Und mindestens darin ist das Werk aktueller denn je.

 

Ernst Grabovszki am 1. Mai 2016 im OE1 (Ex libris)

Peter Pisa am 30. März 2016 im Wiener Kurier

Marta Karlweis literarisch zu rehabilitieren, diese Aufgabe fällt offensichtlich dem kleinen Wiener Verlag DVB (= Die vergessenen Bücher) zu. Gefördert vom Zukunftsfonds der Republik, erlebt „Ein österreichischer Don Juan“ die Neuauflage. Eine schöne Überraschung, weil diese Autorin kein Rohdiamant war, sondern ein längst geschliffener Edelstein, noch dazu bereits in Fassung gebracht.

 

Peter Pisa am 30. März 2016  im Wiener Kurier

Julian Köck auf literaturkritik.de

Man kann das Buch über weite Strecken als Psychoanalyse im literarischen Gewand, gekleidet in schöne Sprachbilder und ergänzt um viele zitierfähige Aphorismen („Alle Reife entsteht durch […] Höllenwanderung der Phantasie“), begreifen. Das ist gewiss nicht das Schlechteste, was man über einen Roman mit diesem Sujet sagen kann.

 

Julian Köck auf literaturkritik.de