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Im Nachlass, den die in England lebende Enkelin Kathleen Dunmore zugänglich gemacht hatte, fanden sich Kurzgeschichten, die reiches Lesevergnügen und viel Erkenntnisgewinn bieten. Kurz und prägnant, spannend, schonungslos und doch behutsam entlarvt Maria Lazar darin charakterliche Besonderheiten, Absonderlichkeiten oder Boshaftigkeiten

– Hedwig Kainberger, SALZBURGER NACHRICHTEN

 

 

Zurück zu den Hausgeschichten, die an die Baroninnen, Trafikantinnen, Bedienerinnen, Hausbesorger, Geldboten, Familientyrannen, Gelehrten und wirklichkeitssüchtigen Dichter der beiden Canettis erinnern. Lazar eröffnet ein ähnlich breites Spektrum an sozialen Typen, Außenseitern, Hochstaplern und psychisch Deformierten. Da ist etwa eine einsame alte Baronin, die in einem guten Viertel zu erstaunlich niedrigen Preisen Zimmer an „Ausländer“ vermietet. Doch sie entpuppt sich als das „feudale Gespenst einer abgestorbenen Vergangenheit“. In ihrem fürstlichen Haus werden alle Bewohner überwacht und reglementiert, bis ein junger Russe sie – „aus Prinzip“ – erschlagen will. So verleiht er sich und der Geschichte den Beinamen „Raskolnikow“. In einer anderen Wohnung kommen zwei ältere verwitwete Menschen aufgrund einer Kontaktanzeige zusammen, erkennen sich als Verliebte aus ihrer Jugendzeit wieder und finden dann, so der Titel, ihr „Bescheidenes Glück“.

– Alexander Kosenina, Frankfurter Allgemeine Zeitung