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Evelyne Polt-Heinzl in ‚Die Presse‘

In 13 Erzählabschnitten schickt Lazar die 20-jährige Ruth durch einen Windmühlenkampf gegen ihr großbürgerliches Herkunftsmilieu, das die moralisch wie ökonomisch bröckelnden Fassaden der Wohlanständigkeit mit fester Hand und verlogener Doppelmoral zusammenhält.  […] Beeindruckend ist die ungestüme Kraft, mit der Lazar die Szenarien aufbaut, zuspitzt und ins Groteske kippen lässt. Mit großer Stilsicherheit nutzt sie Potenziale der Schubumkehr im Blick auf Menschen und Dinge. Es sind oft Gegenstände, die mit ihrer Positionierung im Raum und den Berührungen, die sie auslösen, Kommentar und Interpretation liefern. Dazu kommen für die Zeit unerhört radikale Körperbilder, wo sich Figuren wie der ausgepowerte Hilfslehrer Thomas als ungelenke Knochenbündel durch die Tage schleppen, um schließlich zu zerschellen. […] Es ist also zu hoffen, dass die Edition ihres Werks fortgesetzt wird.

 

Evelyne Polt-Heinzl in ‚Die Presse‘

Michael Rohrwasser in der ‚Wiener Zeitung‘

Und dann das: Da wird ein Roman von 1920 wiederaufgelegt, in einem Verlag mit dem schönen, aber gefährlichen Namen das vergessene buch, von einer Autorin, deren Namen so unbekannt wie nur möglich ist. Eine so eigenwillige und eine so starke Sprache hat man lange nicht mehr vernommen, und wie hier erzählt wird, das verrät Souveränität, Gestaltungsvermögen und auch literarisches Selbstbewusstsein – dreizehn Kapitel, die eigentlich kleine Erzählungen sind, die sich im Laufe der Lektüre allmählich zu einem Ganzen zusammenschließen. Man vergisst bei dieser eindringlichen Bilderfolge schnell alle Versuche einer literaturhistorischen Einordnung (‘Expressionismus’ oder ‘Impressionismus’), aber wenn man die Nachbarschaften dieses außergewöhnlichen kleinen Romans benennen will, dann sind das große Namen wie Ernst Weiss, Hermann Ungar oder Veza Canetti – kurz: es handelt sich um eine kleine Sensation.

 

Michael Rohrwasser in der ‚Wiener Zeitung‘