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Albert Eibl im Gespräch mit Tilman Winterling für 54books

Die fünf bisher von mir verlegten Romane sind nicht nur für Österreicher oder Wiener interessant, obwohl sie in der Tat hauptsächlich in Wien und Umgebung spielen. Ich verlege nur Romane, von denen ich mir auch vorstellen kann, dass sie ein größeres Publikum interessieren könnten. Als Spiegel ihrer eigenen Zeit geben sie das spezifische Timbre wieder, die charakteristische Schwingung, die zur Zeit ihrer Entstehung in den Straßen und Cafes, auf den Plätzen und in den Vergnügungsstätten der mondänen Großstadt webte und durch die wir uns, wie in einer Zeitmaschine, zurückversetzen können zu jenem einzigartigen Nachmittag um 1900 an dem Arthur Schnitzler seine Melange mit Stefan Zweig und Felix Salten im berühmten Griensteidl trank und sich dabei gehörig seine Zunge verbrühte…Durch so manchen guten Roman kommen wir der Vergangenheit bedeutend näher als durch ein auf Hochglanz poliertes Geschichtsbuch – so meine Meinung.

 

Albert Eibl im Gespräch mit Tilman Winterling für 54books

Karlweis – Portraitbild 2

Lesung und Diskussion – Zur Wiederentdeckung von Marta Karlweis (1889–1965)

Nachdem im Verlag Das vergessene Buch schon Ende 2015 Marta Karlweis’ 1929 erschienenes Hauptwerk „Ein österreichischer Don Juan“ nach über 80 Jahren der Vergessenheit neu herausgebracht werden konnte, haben wir nun auch den letzten Roman der vielseitigen Wiener Autorin „Schwindel. Geschichte einer Realität“ von 1931 einem interessierten Lesepublikum in einer schönen Hardcoverausgabe neu zugänglich gemacht. Die  Präsentation inkl. Lesung ausgewählter Textstellen will nicht nur zwei außergewöhnliche Wienromane der österreichischen Zwischenkriegszeit vorstellen, sondern sich auch Gedanken machen über die Gründe des Vergessens von Exilliteratur im Allgemeinen, insb. anhand der Beispiele Maria Lazar, Else Jerusalem und Marta Karlweis.

Bei der Podiumsdiskussion werden zugegen sein:

Johann Sonnleitner, geb. 1958, ist ao. Prof. für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Wien. Als anerkannter Experte für die Literatur der österreichischen Zwischenkriegszeit hat er zahlreiche Editionen herausgegeben, darunter auch Werke von Maria Lazar und Marta Karlweis im Wiener Verlag Das vergessene Buch.

Albert C. Eibl, geb. 1990, Gründer und Inhaber des Verlags Das vergessene Buch. Freier Rezensent u. a. für Profil und den Falter. Mitglied des österreichischen PEN Clubs.

Zur Autorin

Marta Karlweis (1889–1965), Tochter des Wiener Vorstadtdramatikers und Erzählers Carl Karlweis, Frau des Erfolgsschriftstellers Jakob Wassermann und Mutter des ehemals bekannten Journalisten Charles Wassermann, besuchte wie Maria Lazar die Schwarzwaldschule in Wien. Nach der Geburt zweier Töchter aus erster Ehe mit einem böhmischen Industriellen debütierte sie 1912 mit der Künstlernovelle Der Zauberlehrling. 1929 gelang ihr endgültig der schriftstellerische Durchbruch mit ihrem Roman Ein österreichischer Don Juan, der auch in Amerika groß herauskam und mitunter begeistert besprochen wurde. 1934 emigrierte sie in die Schweiz, wo sie u. a. mit Thomas Mann und C. G. Jung verkehrte. Nach dem Anschluss Österreichs ging sie 1939 ins Exil nach Kanada, wo sie einen Lehrauftrag an der Mc-Gill Universität in Montreal übernahm. 1965 starb Marta Karlweis auf einer

Besprechung Marta Karlweis Schwindel – Die Presse, (8. Juni 2017)

Bettina Eibel-Steiner, Die Presse

Mit vergriffenen Romanen ist es ja so: Die meisten werden zu Recht nicht wieder aufgelegt, sie waren, auch wenn sie zur Zeit ihrer Publikation gut gekauft und wohlwollend besprochen wurden, nicht viel mehr als modische Phänomene. Dann gibt es Werke wie die von Albert Drach oder Hans Lebert: Sie sind nie wirklich verschwunden, müssen aber offenbar von jeder Generation neu entdeckt werden. Und schließlich gibt es echte, verborgene Schätze. Sie sind rar. auf einen solchen Schatz ist Albert Eibl gestoßen, ein 1990 in München geborener Germanist, der den programmatischen Verlag ‚Das vergessene Buch‘ betreibt.

 

Bettina Eibel-Steiner, Die Presse