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PROFIL, 15. Oktober 2018

‚125 Volten gegen den Zeitgeist‘ stellt der Autor vor, samt inspirierten Überlegungen zu deren Welterklärungs- und Sinnstiftungspotenzial. Da findet sich konsumorientierte Nostalgie (‚Toast Hawaii essen‘, ‚Kaugummi am Automaten kaufen‘) neben Bildungsbürgerlichkeit (‚Gedichte auswendig lernen‘, ‚Zeitungsartikel ausschneiden‘) und reiner Exzentrik (‚Grundlos vor sich hin pfeifen‘, ‚Eine Locke einrahmen‘).

 

PROFIL, 15. Oktober 2018

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WINEBANK-Premiere am 6. OKTOBER – Alexander Pscheras „Vergessene Gesten“

Der Verlag Das vergessene Buch bringt ein neues Buch heraus und die PREMIERE findet in einer der schönsten unterirdischen Locations statt, die der Wiener Erste Bezirk zu bieten hat: Die WINEBANK. Ein Ort für Genießer und Weinliebhaber, für Kulturenthusiasten und Literaturfreunde. Welches Ambiente könnte besser geeignet sein, um bei ein paar guten Flaschen Weins den renommierten Germanisten und Publizisten Alexander Pschera das erste Mal aus seinem neuen Opus vorlesen zu hören, das die Gesten des alten Europa mit einem ironischen Augenzwinkern vor dem Vergessen bewahren will – und dabei manchmal mehr über den status quo unserer Gesellschaft preisgibt, als dieser vielleicht lieb ist.

ÜBER DEN AUTOR

Alexander Pschera, Jg. 1964, studierte in Heidelberg Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie und promovierte über den Dichter Eduard Mörike und das „Zeitalter der Idylle“. Neben literaturwissenschaftlichen Arbeiten zu Léon Bloy und Ernst Jünger trat Pschera vor allem als Autor, Herausgeber und Publizist zu Themen der Medientheorie und Medienphilosophie sowie zur Phänomenologie und Kulturgeschichte des Internets hervor. Seine letzten Veröffentlichungen: „800 Millionen. Apologie der sozialen Medien“ (2011) „Vom Schweben. Romantik im Digitalen“ (2013), „Dataismus. Kritik der anonymen Moral“ (2013), „Das Internet der Tiere. Der neue Dialog zwischen Mensch und Natur“ (2014). Pschera schreibt außerdem regelmäßig für das Monatsmagazin Cicero, für Cicero.online und für Deutschlandradio Kultur.

ÜBER DAS BUCH

Das Leben konkretisiert sich in seinen Gesten. Sie sind Atem und Rhythmus der Existenz. Ein Reichtum von Gesten gibt ein volles Leben zu erkennen, umgekehrt ist ein gestenloses Leben stummer als stumm. Viele Gesten, Handbewegungen, Mimiken, Gewohnheiten und Aussprüche sind in den letzten 100 Jahren dem Vergessen anheim gefallen. Das liegt daran, dass unser Leben einförmiger, monotoner, gegenstandsloser geworden ist: Wer keinen Hut hat, kann ihn nicht lüpfen, wer keine Nelken mehr sein eigen nennt, kann sich keine ins Knopfloch stecken. Der renommierte Publizist und Germanist

Alexander von Schönburg, BILD am Sonntag, 26. August 2018

Ein Freund von mir, Alexander Pschera, hat gerade ein Buch über all die schönen Dinge geschrieben, die er ‚Vergessene Gesten‘ nennt: Zeitungsartikel ausschneiden, Urlaubsfotos einkleben, Gedichte auswendig lernen, etwas im Lexikon nachschlagen, vor sich hin pfeifen, Ansichtskarten schreiben, jemandem die Tür aufhalten, im Bahnhofsrestaurant essen, sich bekreuzigen und vieles mehr.

 

Alexander von Schönburg,  BILD am Sonntag, 26. August 2018

Franz Haas, Literatur & Kritik, März 2018

Ein echtes Kind seiner Zeit und des ausklingenden Expressionismus ist dieser Roman auch in seinem vibrierenden Stil, in der Empörung über Ungerechtigkeit, über ‚Hungersnot und Seuche im Land, Unzucht und Völlerei in den Palästen‘. Oder in den gewagten Sprachmalereien bei der Beschreibung des Himmels: ‚Da tiefte sich das Blau sekundenlang in einen Abgrund von purpurner Schwärze.‘ Aber im Unterschied zu manchem historischen Roman der Zwischenkriegszeit, der meist eine Domäne von reaktionären Herrenreitern war, zeichnet Karlweis ihre Figuren durchaus nicht als hehre Heldinnen. Ihr kaustischer Blick verschont weder Edeldamen noch Strolche.

 

Franz Haas, Literatur & Kritik, März 2018

Caroline Liss, literaturkritik.de

Marta Karlweis’ historischer Roman sitzt der heutzutage vielfach widerlegten Mär von den Potemkinschen Dörfern und der Naivität Katharinas der Großen auf. […] Die literarische Konstruktion einer Ästhetik des Verfalls sowie kontrastierender Bilder von üppiger Verschwendung und zynischer Vergeudung jedweder Ressourcen vonseiten der Herrschenden beherrscht Marta Karlweis ausgezeichnet.

 

Caroline Liss, literaturkritik.de