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Florian Welle am 12. Januar 2016 in der Süddeutschen Zeitung

„Marta Karlweis ist nach Maria Lazar die zweite Autorin, die man dank des Verlags ‚Das vergessene Buch‘ wiederentdecken kann. […] wer will, kann den 1929 erschienenen Roman ‚Ein österreichischer Don Juan‘ psychoanalytisch lesen – der Frauenheld heißt hier Erwein von Raidt und ist ein ausgeprägter Schuhfetischist. Den acht Kapiteln ist eine röntgenscharfe Charakterstudie Erwein von Raidts vorgeschaltet, die ihn als kalten Sonderling ausweist. Der bitterböse Roman handelt dann davon, wie ‚das Judenmädl‘ Cecile ins Verderben gestürzt wird. Er spielt vor dem Ersten Weltkrieg, ebenso wie Joseph Roth gilt Karlweis’ eigentliches Interesse dem Untergang der k.-u.-k.-Monarchie. Doch liegt ihr jede Nostalgie fern. Entlarvt wird eine bigotte, misogyne Operettengesellschaft“

 

Florian Welle am 12. Januar 2016 in der Süddeutschen Zeitung

 

Hubert Holzmann im TITEL kulturmagazin

Maria Lazar erzählt im Roman Die Vergiftung keine herkömmliche Story ihrer Heldin Ruth. Es ist nicht ihre Geschichte, für die sich die Autorin interessiert. Vielmehr beleuchtet Lazar Ruths inneren Seelenzustand, ihre Selbstzweifel, Zerrissenheit und Fremdartigkeit anhand einzelner Erlebnisse, kurzer Szenen, einzelner Bilder. Für Ruths psychische Gespanntheit findet sie passende Bilder. Wie schon im Märchen von Herzog Blaubart wird die verschlossene Tür, »eine braune Holztür, glatt, mit vielen dunklen Flecken. Eine Tür wie sie überall ist, überall ist. Eine Tür –« zum Ausdruck für den Konflikt, zum Hindernis, zur Wand, gegen die sie anrennt, »die sich nie und nie zertrümmern läßt«.

 

Hubert Holzmann im TITEL kulturmagazin