Literaturhausabend zum Leben und Werk Maria Lazars (1895–1948)
Am Dienstag den 17. November veranstaltet die Österreichische Exilbibliothek einen Abend zu Ehren unserer wiederentdeckten Exilautorin Maria Lazar (1895–1948). Einer Lesung von Ausschnitten aus den bereits verlegten Romanen „Die Vergiftung“ und „Die Eingeborenen von Maria Blut“ folgt eine hoffentlich anregende Podiumsdiskussion zwischen dem Germanisten Michael Rohrwasser, dem Herausgeber Herrn Johann Sonnleitner, dem bekannten Journalisten Martin Haidinger und dem Verleger Albert Eibl.
Frau Dr. Seeber, die Leiterin der Österreichischen Exilbibliothek wird die Moderation übernehmen.
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher!
Michael Rohrwasser hat das frühe Werk von Maria Lazar als ‚kleine Sensation‘ bezeichnet. Tatsächlich ließe es sich durchaus als eine frühe Vorläufern der Klavierspielerin von Elfriede Jelinek verstehen, gehen die Parallelen doch über die intensive Hassliebe zwischen Mutter und Tochter hinaus, gegen die Ruth teils zerstörerisch rebelliert. Die Schärfe der Beobachtung und die Sprache, die die physische und psychische Gewalt der engen Gesellschaft zum Ausdruck bringt, verbinden sie mit der österreichischen Nobelpreisträgerin. Ein anderer Nobelpreisträger, Thomas Mann, fand in Die Vergiftung nichts anderes als ‚penetranten Weibsgeruch‘ – ein weiteres Indiz dafür, dass Maria Lazar den Finger zu ihrer Zeit in eine schmerzende Wunde gelegt hat. Dass Albert Eibl in seinem Verlag nun auch ein weiteres Werk der Autorin herausbringt (Die Eingeborenen von Maria Blut) lässt hoffen, dass die Bücher künftig ihrem neuen Verlagsnamen ‚das vergessene buch‘ kaum mehr entsprechen werden.
Holger Englerth auf literaturkritik.de