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Marta Karlweis verfügt über jenes literarische Gespür für Dramaturgie, mit dessen Hilfe sich ihre Novelle auf ein furioses Finale hin zuspitzt: Georg Hübner wird von Schuldgefühlen gegenüber Katharina geplagt und zugleich von seiner Leidenschaft für die sehr viel jüngere Elisabeth mitgerissen. Als er zu einem Kostümfest im Elternhaus der Schwestern eingeladen ist und dort in der Verkleidung als Goethes Werther auftritt, kann er der Aufforderung, die Gästeschar mit einem Märchen zu unterhalten, nicht widerstehen. Er ahnt nicht, wie stark er sich beim Erzählen auf seinen eigenen Abgrund zubewegt.

– Susanne Schaber, Ö1 EX LIBRIS

NZZ – CARL LASZLO – FERIEN AM WALDSEE – 31. März 2021

Er war ein begnadeter Exzentriker. Keiner der eitlen, dünkelhaften Sorte. Vielmehr ein Gaukler – und ein Seiltänzer, wie er sich manchmal nannte, einer, den das Leben das Fürchten gelehrt hatte bis zu dem Punkt, wo er nichts mehr zu fürchten brauchte. Carl Laszlo war ein Gezeichneter, und er wollte, dass jeder es sah. Aber er allein bestimmte, wie man ihn sehen sollte. Sein einstiger Lehrer, der grosse Leopold Szondi, Begründer der Schicksalsanalyse, fragte ihn einmal, warum er sich so auffällig kleide. Er glaube, gab Laszlo zur Antwort, er wolle in erster Linie sagen: «Ich bin da, sie haben mich nicht kaputtgemacht.»

 

– ROMAN BUCHELI in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG vom 31. März 2021 über CARL LASZLO und die Wiederentdeckung von FERIEN AM WALDSEE