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„Etwa zeitgleich zur Fallada-Wiederentdeckung begannen kleine Verlage wie der DVB Verlag von Albert C. Eibl, Bücher vergessener Autorinnen und Autoren aus jenen Jahren erneut zu publizieren. Es sei wichtig, Romane aus dieser Zeit zu lesen, meint Eibl, weil man aus solchen Zeitzeugnissen mehr als aus Geschichtsbüchern erfahre. Neu und ungewöhnlich ist, dass sich Verlage darauf spezialisieren. Was sagt das über unsere Gegenwart? Eibl findet auch, ‚dass es durchaus eine Lesebewegung gibt hin zum Vergessenen, also dass die Sehnsucht für alte Bräuche, alte Tradition, alte Texte in diesem Zeitalter der digitalen Schnelllebigkeit, auch ein bisschen des oberflächlichen Nihilismus durchaus stärker wird.'“

– Albert Eibl im Interview über seinen Verlag Das vergessene Buch auf Deutschlandfunk Kultur

NZZ – CARL LASZLO – FERIEN AM WALDSEE – 31. März 2021

Er war ein begnadeter Exzentriker. Keiner der eitlen, dünkelhaften Sorte. Vielmehr ein Gaukler – und ein Seiltänzer, wie er sich manchmal nannte, einer, den das Leben das Fürchten gelehrt hatte bis zu dem Punkt, wo er nichts mehr zu fürchten brauchte. Carl Laszlo war ein Gezeichneter, und er wollte, dass jeder es sah. Aber er allein bestimmte, wie man ihn sehen sollte. Sein einstiger Lehrer, der grosse Leopold Szondi, Begründer der Schicksalsanalyse, fragte ihn einmal, warum er sich so auffällig kleide. Er glaube, gab Laszlo zur Antwort, er wolle in erster Linie sagen: «Ich bin da, sie haben mich nicht kaputtgemacht.»

 

– ROMAN BUCHELI in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG vom 31. März 2021 über CARL LASZLO und die Wiederentdeckung von FERIEN AM WALDSEE

 

PROFIL – LASZLO 2

Knapp 70 Jahre nach der Erstpublikation scheint die Zeit überreif für die Wiederentdeckung dieser so erstaunlichen wie einmaligen Mitschrift eines Menschheitsverbrechens: „Ferien am Waldsee“, kürzlich vom Wiener Kleinverlag Das vergessene Buch erneut veröffentlicht, berichtet von eisigen Nächten in zugigen Baracken, von Kindern, die von SS-Männern in die Luft geworfen werden, um auf sie zu schießen, von Gefangenen, die nur mehr mit „Hund“ und „Schwein“ niedergebrüllt werden. Von einer Vernichtungsmaschinerie, die Menschenruinen zurückließ.

– Wolfgang Paterno über FERIEN AM WALDSEE in PROFIL (12/2021)