Die Eingeborenen von Maria Blut – Maria Lazar

Schon im dänischen Exil, wohin sie bereits 1933 zusammen mit ihrer Tochter Judith emigrierte, schrieb Lazar an ihrem Hauptwerk, dem großen Zeitroman Die Eingeborenen von Maria Blut, den sie bereits 1937 in Auszügen in der bekannten Moskauer Exilzeitschrift Das Wort veröffentlichen konnte. Der Roman spielt im fiktiven Städtchen Maria Blut und schildert auf raffinierte Weise das Heranreifen des Nazismus in Österreich. Vergeblich hat sie es österreichischen wie Schweizer Verlagen angeboten; keiner wollte es drucken. Ein Schweizer Verleger schrieb ihr einen begeisterten Brief darüber, doch könne er die Herausgabe nicht riskieren, schon aus dem Grunde, „weil der ,Markt’ dafür zu eng geworden wäre“. Das überliefert uns ihre Schwester Auguste Lazar, die den Roman 1958, also erst zehn Jahre nach dem Selbstmord Marias, in der DDR herausgibt. Nach rund 60 Jahren seit seiner letzten Veröffentlichung wird dieses einzigartige Werk, das vergleichbare Arbeiten der Zeit an satirischer Schärfe bei weitem übertrifft, nun endlich einem aufgeschlossenen Lesepublikum wieder zugänglich gemacht.

„Die vielen Erzählstimmen des Romans erinnern an die Polyfonie in Heinrich Manns «Die kleine Stadt»; sein scharfer Blick auf den ethischen Zerfall nimmt Ödön von Horváths «Jugend ohne Gott» vorweg.“

– Franz Haas am 8. Dezember 2015 in der Neuen Zürcher Zeitung

„Es ist eine bitterböse und sehr wahre Melange, die die Wiener Schriftstellerin und Journalistin Maria Lazar (1895–1948) in dem 1935 im dänischen Exil verfassten Roman in der fiktiven österreichischen Kleinstadt Maria Blut anrührt…“

– Harald Eggebrecht am 10. Juni 2015 in der Süddeutschen Zeitung

 

Hochwertiges Softcover. Hrsg. u. m. einem Nachwort von Prof. Johann Sonnleitner (Uni Wien). 270 Seiten, 17,90 Euro.