Die Eingeborenen von Maria Blut – Maria Lazar

„Die vielen Erzählstimmen des Romans erinnern an die Polyfonie in Heinrich Manns «Die kleine Stadt»; sein scharfer Blick auf den ethischen Zerfall nimmt Ödön von Horváths «Jugend ohne Gott» vorweg.“

– Franz Haas am 8. Dezember 2015 in der Neuen Zürcher Zeitung

„Es ist eine bitterböse und sehr wahre Melange, die die Wiener Schriftstellerin und Journalistin Maria Lazar (1895–1948) in dem 1935 im dänischen Exil verfassten Roman in der fiktiven österreichischen Kleinstadt Maria Blut anrührt: Klerikalfaschismus und Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Wundergläubigkeit, Bigotterie und verlogene Sexualmoral. Es ist jene rechtsradikale Mischung, in deren Klima die Nazis auf blanke Willfährigkeit stießen. Maria Lazars bestechende, mit schnellem Dialogpuls erzählte Mentalitätsanalyse eines kleinstädtischen Milieus kurz vor der ‚Machtergreifung‘, in dem alles gefährlich Verstockte nahezu ungehindert anwächst, bis es 1938 endlich ‚heim ins Reich‘ ging, erschien erstmals 1958 in der DDR unter dem dänischen Pseudonym Esther Grenen, unter dem Lazar seit Mitte der Zwanzigerjahre erfolgreich publizierte. Nun kommt der Roman erstmals in Österreich heraus, auf eine ähnliche Stimmungs-Melange treffend.“

– Harald Eggebrecht am 10. Juni 2015 in der Süddeutschen Zeitung

Nach der erfolgreichen Neuausgabe des Debütromans der lange vergessenen Wiener Autorin „Die Vergiftung“ im Dezember 2014 ist der Das vergessene Buch Verlag stolz, nun auch das Hauptwerk der engagierten Publizistin einem größeren Lesepublikum endlich wieder zugänglich machen zu können. Der Herausgeber ist wieder Prof. Dr. Johann Sonnleitner von der Universität Wien. Er hat auch hier wieder ein umfassendes Nachwort beigesteuert.