Der heilige Skarabäus

Im Jahr 1909 veröffentlicht der Berliner S. Fischer Verlag den Roman einer jungen Wienerin. Ihren Debütroman. Das Buch trägt einen eigenartigen Titel: 'Der Heilige Skarabäus' und wird gleich im Erscheinungsjahr ein Erfolg sondergleichen. Es wird außerdem zu einem Skandal - denn der Roman behandelt, auf ausführlichen 600 Seiten, ein Tabu der bürgerlichen Gesellschaft.

Johann Kneihs, Ö1 Tonspuren

Else Jerusalems Enkeltochter Ines Weyland hatte sich, von Buenos Aires aus, auf Spurensuche begeben – und traf dabei auf die Grazer Literaturwissenschaftlerin Brigitte Spreitzer, die ebenfalls nach der Schriftstellerin forschte; und dann trafen sie auf den 26-jährigen Albert C. Eibl,  dem gebürtigen Münchner, dessen Wiener DVB-Verlag am Schottenring sich seit zwei Jahren um vergessene Bücher kümmert; und jetzt kann diese Skarabäus- und Jerusalem-Wiederentdeckung stattfinden.

Peter Pisa im Wiener Kurier

Verlagsportrait im Ö1 Kulturjournal

Die ganze Verlagslandschaft ist auf der Suche nach dem nächsten literarischen Superstar. Die ganze? Nein, ein kleiner Wiener Verlag hat seine Starautoren schon gefunden. Und zwar in der Vergangenheit. Der Verlag „Das vergessene Buch“, kurz DVB, legt nämlich Romane neu auf, deren Autorinnen zu Unrecht und auf völlig unerklärliche Weise aus der Erinnerung verschwunden sind. Vor zwei Jahren gegründet, hat der Verlag bisher vier Bücher herausgebracht, alle von weiblichen Autoren, die im literarischen Leben Wiens vor und nach dem Ersten Weltkrieg Bestseller ablieferten oder für veritable Skandale sorgten, beides aber auf höchstem literarischen Niveau.

– Wolfgang Popp im Ö1 Kulturjournal am 29. November 2016

Präsentation des Skandalromans „Der heilige Skarabäus“ auf RADIO ORANGE

Else Jerusalem war eine einst vielgelesene Autorin, in ihrem 1909 erschienenen Roman ‚Der heilige Skarabäus‘ beschrieb sie bar jeder Sentimentalität das Leben von Prostituierten im Wien der Jahrhundertwende. Obwohl ihr damit ein veritabler Bestseller gelungen war, geriet sie samt ihrer Bücher nach dem Zweiten Weltkrieg in völlige Vergessenheit. Die Germanistin und Psychotherapeutin Brigitte Spreitzer hat das Buch nun im Verlag DVB neu herausgegeben. Per Live-Schaltung aus Graz diskutiert sie mit der Autorin Marlen Schachinger und dem Verleger Albert Eibl über den Wert literarischer Wiederentdeckungen.

Sendezeit: Montag, 7. November 2016, 10-11 Uhr.

Moderation und Produktion: Herbert Gnauer

Unter dem angegebenen Link kann man die komplette Sendung nachhören:

https://cba.fro.at/327704

Um diese schreibenden Frauen dem jahrzehntelangen Vergessen zu entreißen, beschloss der 26-jährige Germanistikstudent Albert Eibl vor zwei Jahren, einen Verlag zu gründen und die aus dem Gedächtnis verschwundenen Werke neu herauszugeben. 'Das vergessene Buch' heißt dieser kleine, in Wien ansässige Verlag, soeben ist das vierte Buch erschienen: 'Der heilige Skarabäus' von Else Jerusalem. Ein Skandalroman über das Wiener Rotlichtmilieu, der kurz nach seinem Erscheinen im Jahr 1909 für Furore sorgte und bereits im selben Jahr weiterer 20 Auflagen erlebte.

Anna Steinbauer in der Süddeutschen Zeitung vom 20. Oktober 2016