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NZZ – CARL LASZLO – FERIEN AM WALDSEE – 31. März 2021

Er war ein begnadeter Exzentriker. Keiner der eitlen, dünkelhaften Sorte. Vielmehr ein Gaukler – und ein Seiltänzer, wie er sich manchmal nannte, einer, den das Leben das Fürchten gelehrt hatte bis zu dem Punkt, wo er nichts mehr zu fürchten brauchte. Carl Laszlo war ein Gezeichneter, und er wollte, dass jeder es sah. Aber er allein bestimmte, wie man ihn sehen sollte. Sein einstiger Lehrer, der grosse Leopold Szondi, Begründer der Schicksalsanalyse, fragte ihn einmal, warum er sich so auffällig kleide. Er glaube, gab Laszlo zur Antwort, er wolle in erster Linie sagen: «Ich bin da, sie haben mich nicht kaputtgemacht.»

 

– ROMAN BUCHELI in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG vom 31. März 2021 über CARL LASZLO und die Wiederentdeckung von FERIEN AM WALDSEE

 

PROFIL – LASZLO 2

Knapp 70 Jahre nach der Erstpublikation scheint die Zeit überreif für die Wiederentdeckung dieser so erstaunlichen wie einmaligen Mitschrift eines Menschheitsverbrechens: „Ferien am Waldsee“, kürzlich vom Wiener Kleinverlag Das vergessene Buch erneut veröffentlicht, berichtet von eisigen Nächten in zugigen Baracken, von Kindern, die von SS-Männern in die Luft geworfen werden, um auf sie zu schießen, von Gefangenen, die nur mehr mit „Hund“ und „Schwein“ niedergebrüllt werden. Von einer Vernichtungsmaschinerie, die Menschenruinen zurückließ.

– Wolfgang Paterno über FERIEN AM WALDSEE in PROFIL (12/2021)

 

Seine zuerst 1955 auf Deutsch im Basler Eigenverlag publizierten, dann 1981 und nochmal 1998, wiederum vom Autor finanziert, in Potsdam erschienen „Ferien am Waldsee“ haben trotz Laszlos einschlägiger Prominenz kaum öffentlichen Widerhall gefunden. Gut sieben Jahre nach Laszlos Tod hat nun der Wiener Verlag „Das vergessene Buch“ diese „Erinnerungen eines Überlebenden“ (Untertitel) neu ediert. Allein dafür ist das kleine Unternehmen, das zuletzt schon mit der Wiederentdeckung der 1948 verstorbenen jüdischen Wiener Romanautorin Maria Lazar („Leben verboten!“, „Die Eingeborenen von Maria Blut“) Aufmerksamkeit erregt hat, einmal mehr zu rühmen.

– PETER VON BECKER, DER TAGESSPIEGEL

Bildschirmfoto 2021-01-17 um 21.25.31

ORF – Miedl – Laszlo – Schlagzeile

“Laszlo war einer, der mit aller Kraft lebte. Einer, so erinnert sich der deutsche Publizist Alexander von Schönburg (‘Die Kunst des stilvollen Verarmens’) im Gespräch mit ORF.at, der sein Dasein ‘auf Genuss, Schönheit, auf Rausch, auf allenfalls durch kurze Schlafpausen unterbrochene Dauerekstase ausgerichtet’ hat. Der Psychoanalytiker und Kunstsammler Laszlo war ein Mann von ‘radikalem Hedonismus’, der in seinem Haus voller Kunst immer Kaviar und Kokain auf Vorrat hatte. Der unbedingte Hang zum Exzess war jedoch nur eine Seite des Mannes, der in der Basler Kunstszene eine Legende, außerhalb aber wenig bekannt war […]”

– Magdalena Miedl, ORF.at